Elektischer Strom - ein spannendes Thema

Ein „Lernen durch Lehren“-Projekt am Simon-Marius-Gymnasium

Übungssaal Physik Kursraum Pysik

Auch in diesem Schuljahr erhielten Schülerinnen und Schüler im Rahmen eines „Lernen durch Lehren“-Projektes die Gelegenheit in die Rolle der Lehrperson zu schlüpfen. Sie unterrichteten Drittklässler der Grundschule Merkendorf, die am 8. März der Einladung der Klasse 9b unter der Leitung ihres Physiklehrers OStR Ulrich Kiesmüller folgten, über alles Wissenswerte zum Thema „elektrischer Strom“. Die Neuntklässlerinnen und Neuntklässler bereiteten sich und die Unterrichtsräume unter Hochspannung auf die mit ihrer Lehrkraft Frau Barsim per Bus anreisenden Gäste vor. Sie konnten es kaum erwarten, den Grundschülern etwas zum Thema „elektrischer Strom“ beizubringen.

„Brotzeitboxphysik“

Bei diesem „Lernen durch Lehren“-Projekt kommt die von Herrn Kiesmüller ausgearbeitete Idee der „Brotzeitboxphysik“ zum Einsatz. Eine Brotzeitbox wird mit einer Batterie, einem Lämpchen, mehreren Drähten und einigen handelsüblichen Wäscheklammern bestückt. Obwohl die gastgebenden Neuntklässler nicht nur ihr eigenes Material mitgebracht hatten, war dessen Einsatz eigentlich nicht nötig, denn die Grundschüler hatten voller Eifer bereits zu Hause nach den benötigten Materialien an Hand der Bestückungsliste geforscht und nahezu alles selbst mitgebracht. Vor Beginn des eigentlichen Unterrichts wurden Kleingruppen aus zwei Drittklässlern und mindestens zwei Gymnasiasten gebildet. Diese übernahmen dann die Führung des für jeden Grundschüler individuell gestalteten Unterrichts. Die Lehrenden berücksichtigten das jeweilige Arbeitstempo und nahmen kreative Ideen ihrer jüngeren Gäste beim Experimentieren auf. Bis zum Ende des Tages hatten dann aber alle einen gemeinsamen „Pflichtkanon“ mit einem von den Neuntklässlern jeweils selbst geplanten Hefteintrag durchgeführt.

Leiter oder Nichtleiter? Selbstgebauter Elektromagnet

Hierzu gehören das Kennenlernen von Schaltsymbolen zum sauberen und schnellen Zeichnen elektrischer Schaltungen, die Untersuchung verschiedener Stoffe auf ihre elektrische Leitfähigkeit, der einfache geschlossene Stromkreis sowie die Wirkungen des elektrischen Stroms mit den Teilthemen „Wärmewirkung“ und „magnetische Wirkung“. Alle Kleingruppen drangen anschließend sogar noch bis zum Bau von Schaltungen mit mehreren Schaltern vor. Um diese alle begeisternde, aber anstrengende, konzentrierte Arbeit zu bewältigen wurde eine gemeinsame Pause im Schulhof und auf dem Sportgelände des Gymnasiums gemacht. Diese wurde von allen beteiligten als besonderes „Highlight“ wahrgenommen. Im experimentellen Bereich faszinierte die Drittklässler insbesondere, wie man die mitgebrachten Wäscheklammern zum Bau von elektrischen Schaltern nutzen kann und der Bau einer Schneidevorrichtung für Styropor unter Ausnutzung der Wärmewirkung des elektrischen Stroms. Auch die Neunklässlerinnen und Neuntklässler, welche die Lerninhalte ihren Schützlingen mit jeweils adaptiertem Tempo sowie an die individuellen Wünsche angepasster Reihenfolge und Intensität vermittelten, lernten noch dazu. Sie konnten in ihrer Rolle als Lehrende Stoffinhalte, die sie selbst im Fach Physik gelernt hatten, wiederholen und vertiefen. Somit profitierten alle Beteiligten von diesem Vormittag. An dessen Ende wurde von Herrn Kiesmüller in einigen „Showexperimenten“ allen Anwesenden präsentiert, was mit Hochspannung und hohen Strömen noch so alles möglich ist.