Brotzeitbox-Physik

Der "besondere Saft" aus der Kartoffel

Nein, es geht nicht um den "Seewolf", jenen Kapitän, der aus einer rohen Kartoffel den Saft herausgepresst haben soll. Der Beitrag handelt auch nicht von einem neuen veganen Getränk.

Sowohl die gastgebenden Schülerinnen und Schüler der Klasse 9b als auch ihre Gäste einer 3. Klasse der Grundschule Merkendorf mit ihrer Lehrerin waren am 25. März gleichermaßen überrascht, als Dr.-Ing. Kiesmüller zwei Metallkontakte in eine Kartoffel steckte und diese als Batterie für eine Digitaluhr verwendete.

Der ganze Tag stand unter dem Thema "der elektrische Strom". Nach der kurzen Einführung begaben sich die Drittklässlerinnen und Drittklässler mit den sie betreuenden Personen an die Experimentiertische. Alle hatten eine Brotzeitbox mit Materialien dabei. Diese entstammten alle aus dem Haushalt. Batterien, Taschenlampenbirnchen, Wäscheklammern und Drähte aller Art kamen zum Einsatz. Das Konzept dieses "Lernen durch Lehren"-Projekts, bei dem die Gymnasiastinnen und Gymnasiasten in die Rolle der Lehrperson schlüpfen und durch die von Herrn Kiesmüller entwickelte "Brotzeitboxphysik" ihren Gästen alles Wissenswerte über den elektrischen Strom beibringen, wird seid einigen Jahren am SMG regelmäßig durchgeführt (siehe"Leitartikel" zur Brotzeitboxphysik").

Die erste Herausforderung war, aus den Wäscheklammern funktionstüchtige Schalter für elektrische Stromkreise zu bauen. Nachdem diese gemeistert war, wurde untersucht, welche Stoffe den elektrischen Strom leiten und welche nicht.

Im individuellen Arbeitstempo erschlossen sich die Gäste aus der Grundschule durch selbst durchgeführte Experimente immer weitere und neue Sachverhalte im Hinblick auf den elektrischen Strom. Ein erstes Highlight stellte sicher für alle die Entdeckung der Wärmewirkung dar. Geeignete Drähte wurden so heiß, dass man sogar Styropor damit schneiden konnte. Während manche schon "am Verhungern" waren, kam für andere "jetzt machen wir Pause" viel zu früh. Aber letztendlich waren nach stundenlangem konzentrierten Arbeiten doch alle erholungsbedürftig. Da wir unsere Pause zwischen die beiden SMG-Pausen terminierten, standen uns der gesamte Pausenhof und zusätzlich sogar der Sportplatz zur Verfügung. Dieser wurde dann für ein intensives Fußballmatch genutzt. Ein greller Schlusspfiff war notwendig um diese zu beenden, um die letzten spannenden Themen zu bearbeiten.

Zuerst wurden aus Nägeln und Draht Elektromagnete gebaut, die sogar größere Metallstücke mühelos anheben konnten. Anschließend drangen alle Gruppen in das Thema "logische Schaltungen und ihre Anwendungen" ein.

Wer besonders effizient experimentiert und geforscht hatte, durfte auch die physikalischen Übungskästen des SMG verwenden, um selbst einen funktionstüchtigen Elektromotor herzustellen.

Abschließend zeigte Herr Kiesmüller noch Versuche, die nicht zum heimatlichen Nachmachen geeignet sind. Gebannt verfolgten alle die Hochspannungs- und Hochstromexperimente, an Hand derer alle noch einmal die erlernten Inhalte zusammenfassend wiederholten.

Viele Drittklässlerinnen und Drittklässler verließen das SMG mit dem festen Entschluss "Wir kommen wieder!" und die gastgebenden Gymnasiasten freuen sich schon auf den nächsten Besuch einer Grundschule am Ende des Schuljahres.

U. Kiesmller